Verhaltenstherapie

 

Die Verhaltenstherapie ist eine Therapieform, deren Wirksamkeit bei vielen psychischen Erkrankungen wissenschaftlich nachgewiesen ist. Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Lernerfahrungen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Erkrankungen eine große Rolle spielen.

 

Spezifische Therapiestrategien wurden aus wissenschaftlichen Erkenntnissen abgeleitet und zielen auf die systematische Besserung seelischer Probleme.  "Systematisch" bedeutet, dass zunächst konkrete, realistische und gut überprüfbare Ziele formuliert werden. Statt "Es soll mir besser gehen", könnte ein verhaltenstherapeutisch formuliertes (Teil-)Ziel zum Beispiel heißen "Ich möchte lernen „NEIN“ zu sagen, wenn ich nein sagen will“.

 

Konkretheit ist in der Psychotherapie sehr wichtig, da abstrakte Ziele schwer operationalisierbar sind und Teilerfolge nur schwer erkannt werden können. Die Formulierung von Teilzielen jedoch ist wichtig, da auf diese Weise sehr rasch erste Zwischenziele erreicht werden können, die sehr motivierend wirken können. So können wir gemeinsam den Weg vom IST- zum SOLL-Zustand gehen, der im Einzelfall sehr unterschiedlich sein kann und individuell gestaltet wird.

 

Die Verhaltenstherapie gehört zu den drei wissenschaftlich anerkannten und wirtschaftlich eingestuften Psychotherapie-Richtlinienverfahren. Die Verhaltenstherapie befindet sich in ständiger Entwicklung und sichert ihre Effektivität empirisch ab. In ihrer heutigen Form umfasst die Verhaltenstherapie neben ihren Kerndisziplinen Verhaltenstherapie und kognitiver Therapie (man spricht auch von 'Kognitiver Verhaltenstherapie') eine ganze Fülle von Methoden und Techniken (mehr als 50). Dazu gehören auch nicht originär verhaltenstherapeutische Disziplinen wie EMDR oder Hypnose oder die Schematherapie.